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August Höglinger »
Blog Einsichten

In diesem Blog findest du Geschichten aus und vom Leben. Aus einer sichtbaren und unsichtbaren Welt. Ich möchte dich teilhaben lassen an meinen Erkenntnissen, Denkanstößen, Inspirationen, Erfahrungen, Ideen und neuen Plänen.
Dieser Blog ist vor allem für Absolventinnen und Absolventen meiner Seminare und Lehrgänge eingerichtet, denn mit Ihnen verbindet mich eine tiefe Herzensbeziehung und ein Stück gemeinsamen Weges.

Natürlich sind alle Besucherinnen und Besucher herzlich willkommen.
In diesem Sinne freue ich mich und wünsche allen tiefe Einsichten.

Herzlichst
August

Archiveinträge




25.03.2020

Ohne mein Zutun

Der Begriff „Nichtstun“ wandelte sich bei mir zu: „ohne mein Zutun“. Nichtstun, damit sich ohne mein Zutun etwas tun kann. Die Dinge geschehen ohne mein Zutun! Es ist kein Machwerk des Menschen mehr.
Das ist eine ganz demütige Sichtweise auf das Wirken Gottes. Nur so kann Gott voll wirken. Sonst beschränke ich sein Wirken durch mein Zutun. Dieses Nichtswollen spürt sich eigenartig an. Das Gefühl ist Leere, ohne wirklich leer zu sein. Die Leere ist ein Zeichen eines erleuchteten Menschen. Diese Leere ist zugleich eine unendliche Weite. Es ist kein Wollen da, nichts was man plant und worauf man sich freut. Es ist verbunden mit einer Angst vor dem Ungewissen. Fragen tauchen auf: Was bringt der Tag? Was wird heute auf mich zukommen? Man kann nicht auf die Erfahrungen vergangener Tage bauen. Alles kommt auf mich zu – ohne mein Zutun. Ich werde mich auf alles freuen, was auf mich zukommt.
Zuletzt noch eine humorvolle Aussage von Mike Krüger: Das Problem mit dem Nichtstun ist, dass man nicht weiß, wann man fertig ist!

Herzlichst
August

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18.03.2020

Nichtstun

Das Nichtstun ist schwer zu erlernen. Am besten beginnt man damit, weniger zu tun. In unserer Gesellschaft ist ganz tief verankert ständig etwas tun zu müssen. Obwohl oft nichts zu tun wäre, wird dennoch etwas getan.
Es gibt ein ritualisiertes Nichtstun, so z. B. war es früher verboten, an einem Sonntag zu arbeiten. Gerade im ländlichen Bereich wurde dies strikt eingehalten, verbunden mit dem Besuch der heiligen Messe, dies war eine Stunde Muße und Nichtstun und damit war die Hinwendung zu Gott möglich. Auch die streng gläubigen Juden halten ihren Sabbat, indem sie dieses Nichtstun einhalten und diese Zeit Gott widmen.
Ganz entscheidend ist es daher, Wege zu finden, wie die Menschen das Nichtstun schaffen können. In meinen Seminaren biete ich Übungen an, in denen sie nichts tun. Und ich denke, dieses Repertoire gehört noch erweitert.
Wozu ist dieses Nixtun und Nixwollen notwendig?
Ich muss nichts tun, damit Gott durch mich tun kann. Solange ich tue, kann Gott nicht tun.
Ich unterscheide beim Nichtstun drei Phasen: Es beginnt mit dem äußerlichen Schweigen, dann folgt das innerliche Schweigen und dann kann Gott wirken. Mein Wollen steht seinem Wirken im Wege. Sogar der Wunsch, ich will auf ihn hören, ist ein eigenes Wollen.

Herzlichst
August

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11.03.2020

Wie gehe ich mit Hilflosigkeit und Ohnmacht um?

Ich gehe folgendermaßen vor: ich lasse Situationen auftauchen, in denen ich mich hilflos und ohnmächtig fühlte. Ich achte darauf, welche Not ich in dieser Situation spüre. Dann überlege ich, wem kann ich aus ganzem Herzen worum bitten?
Ich frage Gott: Wozu setzt du die Hilflosigkeit ein? Die Antwort: um den Menschen Demut zu lernen. Und das Bitten zu lernen. Dazu kam die Erkenntnis, dass ich 0,0 aus mir selbst bewirken kann, das veränderte die Sichtweise zum Helfen komplett. Somit kann ich die Macht Gottes anerkennen und meine eigenen Ohnmacht bejahen.
Mir wurde klar, dass Hilflosigkeit bedeutet: da kann ich nichts tun! Also musste ich das Nixtun lernen, damit ich mit Hilflosigkeit zurechtkomme. Vieles entsteht soundso ohne mein Zutun. Es kommt auf mich zu. Es fällt mir zu, weil es fällig ist.
Ich fühle mich nicht mehr hilflos und ohnmächtig. Warum ist das jetzt so? Weil ich akzeptiere, wenn etwas unveränderbar und eine Realität ist, die ich nicht ändern kann. Oder weil ich im anderen Fall – mit der Hilfe Gottes – eine Lösung finde, die klappt! Die Möglichkeiten eines Wie-Planes (Auflistung, wie ich eine Sache bearbeiten kann) und die Bitte stehen mir zur Verfügung. Das macht mich innerlich und äußerlich sehr mächtig. Hilflosigkeit und Ohnmacht sind Mittel, die zu mehr Gottesnähe führen.
Ich kenne daher Hilflosigkeit nicht mehr, weil ich dem Willen Gottes folge. Und das ist der Eintritt ins Paradies. Das Thema Hilflosigkeit kann man nicht selber bearbeiten, man muss dazu Gott um Hilfe bitten.

Herzlichst
August

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04.03.2020

Hilflosigkeit

Viele Menschen helfen, weil sie die Hilflosigkeit des Anderen nicht aushalten. In einer Aufstellung wurde sehr deutlich, wie sinnlos helfen manchmal ist. Besser wäre es, die Hilflosigkeit zuzulassen und auszuhalten. Immer mehr wird mir klar, wie schwer es ist, die eigene Hilflosigkeit und die der Anderen zuzulassen, anzunehmen und nicht gleich zu helfen. Das Helfen hält von wesentlichen Lernschritten ab.
Was bedeutet das konkret? Und wie gehe ich damit um?
Unendlich wichtig ist es, die Not beim anderen zu belassen und sie nicht wegzunehmen. Die Not ist bei diesem Menschen, damit sie bei ihm etwas wendet. Nehme ich sie ihm weg, kann sie nichts mehr wenden.
Weiters gilt es die Hilflosigkeit auszuhalten, denn sie berührt auch die eigene Hilflosigkeit.
Wichtig ist, die Hilflosigkeit und Not beim Anderen wahr- und ernstnehmen, aber ohne Bitte nicht zu helfen. Wenn ich darum gebeten werde, helfe ich nur soweit, dass der Andere es wieder selber kann. Ich bin dann dankbar, dass ich helfen durfte, weil ich mir damit auch selber geholfen habe.
Ich achte auch darauf, was ich normalerweise tue, wenn ich hilflos bin. Merke ich, dass ich ein Helfersyndrom entwickelt habe, dann brauche ich selber Hilfe.
Zuletzt gibt es noch die Unterscheidung zwischen Helfen und Retten. Beim Retten geht es um Leib und Leben.
In einem inneren Bild sehe ich, wie fatal sich die Hilflosigkeit der Lehrer auf Schüler auswirkt. Sie reagieren darauf, indem sie nicht mehr aufpassen oder sie stellen ständig Fragen, um den Lehrer abzulenken. Andere Schüler werden innerlich leer und schalten auf Nixtun um.

Herzlichst
August